Ein Abend mit Christa de Carouge

Im Jahr 1936 wurde Christa Furrer als Tochter eines bekannten Kochs und einer renommierten Schneiderin in Basel geboren. Als Christa noch sehr klein war, zog die Familie nach Zürich. Hier wuchs sie im Kreis 6 mit vier weiteren Geschwistern auf. Schon sehr früh entdeckte sie ihre kreative Seite, sie musizierte, zeichnete, schneiderte mit der Mama zusammen und half dem Vater bei seinen Kreationen in der Küche.

Nach der Kunstgewerbeschule war sie erfolgreich als Grafikerin tätig bis sie 1962 mit ihrem ersten Mann nach Carouge zog, wo sie sich Schritt für Schritt selbständig machte. Nach zwei Scheidungen widmete sich Christa de Carouge, wie sie sich fortan nannte (da Christa Furrer in Französisch nicht ganz so schön klang) immer mehr dem Designen von eigenen Kleidern. Dieser Entscheid war wohl einer der Besten, denn sie wurde zu einer der gefeiertsten deutschsprachigen Modedesignerinnen überhaupt. Einem breiten Publikum wurde sie bekannt durch ihre weiten, wallenden, schwarzen Kleider, von welchen sie liebevoll sagt: „man zieht sie nicht an, man wohnt darin“. Eine Frau, ein Stil, eine Farbe!

Sie entwarf Kleider für das Westschweizer Fernsehen, eröffnete Ateliers in Genf und Zürich. Bald waren ihre Kleider in Boutiquen am Kurfürstendamm in Berlin erhältlich genauso wie in Düsseldorf, Stuttgart und später auch in Wien. Christa eroberte die Welt. Viele Schauspielerinnen – darunter auch Ruth Maria Kubitschek – tragen sehr gerne noch heute ihre Kreationen. Ihre Modeschauen waren legendär: Visionen und Traumbilder begleiteten die fast schon sakral angehauchten Präsentationen. Ausstellungen in Kunstmuseen waren ihr gewiss.

2014 entschied sie sich, den Abschied aus der Modewelt zu geben. „Es gilt, die Grenzen der eigenen Kraft zu erkennen. Ich will auf dem Höhepunkt abtreten und nicht gezwungen werden.“ Heute unterstützt sie ihre Nachfolgerin mit dem Label „De Nize“ bei der neuen Kollektion, welche am 20. September 2015 präsentiert wird. Sie selbst nimmt sich Zeit, eigene kreative Projekte zu verwirklichen in ihrem „hauseigenen“ Atelier im Seefeld, wo sie zusammen mit ihrem – ebenfalls ganz in schwarz bepelzten – Vierbeiner Sushi lebt. Frei nach dem Motto: Stehen bleiben bedeutet „Ende“ – und da ist sie, zum Glück, noch lange nicht angekommen.

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